• 21. März 2015 12:03
  • Netzmusik, Sendung vom 21.03.2015

Befreit den Beat

Die Netzmusik am 21. März 2015


In der Netzmusik hören wir diese Woche Meister der elektronischen Musik, Flower-Power-Propheten und alte Hasen aus dem Netzmusikgeschäft. Teresa Sickert hat die Tracks zusammengestellt.

Die Prefab Messiahs klingen wie eine Garage-Rock oder Post-Punk-Band der 80er-Jahre. Wenn man sich das Bandcamp-Profil der vier Männer anschaut, könnte man meinen, man wäre auf einer Reise zurück in die 70er: Denn es kommt quietschbunt im Flower-Power-Stil daher. Dass der Sound von The Prefab Messiahs nach vergangenen Tagten klingt, liegt wohl daran, dass die Band schon in den 80ern Massachusetts unsicher machte. Aber erst 2011 gab es wieder eine neue Platte. An Coolness haben die vier Amerikaner nichts eingebüßt. Das zeigt allein der Titel ihres aktuellen Albums „Keep your stupid dreams alive„. Es ist am 10. März erschienen und inzwischen das dritte Album aus der zweiten Ära der Band.

Ein Garant für gute elektronische Musik, ist der „Free the Beats“-Sampler des gleichnamigen australischen Netlabels. Auf der aktuellen, dreizehnten Ausgabe ist auch der Melbourner Beatmaker Able8 dabei. Der DJ und Producer ist ein Meister darin, elektronische Musik mit Hip-Hop-Einflüssen zu vermischen. Auch dem düsteren Track „Visitor“ mit den tiefen, eingehenden Bässen hört man den Hip-Hop-Background an.

Zach Mobley und Ty Clark aus Oklahoma machen zusammen als The Burgeois Alternative Rock. Die zwei jungen Männer haben sich bei ihrem Sound an so einigen Rockgrößen orientiert: Nirvana, die Smashing Pumpkins und die Pixies sind nur einige davon. Das Ergebnis kann sich hören lassen. Von den kleinen Bühnen in ihrer Heimatstadt Tulsa haben sie sich zu den beliebtesten Netzmusikern aus dem Bereich Rock hochgespielt. Vor wenigen Tagen gaben sie ein Konzert beim amerikanischen Musik- und Digitalfestival South by Southwest. Vielleicht gelingt der endgültige Durchbruch mit neuen Songs. An denen basteln The Bourgeois gerade im Studio.

Und weil’s so schön ist: Noch ein Track vom australischen Netlabel Free The Beats. Bei ihnen ist der Name Programm. Ständig ist das Label auf der Suche nach neuen, spannenden Künstlern, die sie dann auf die Welt loslässt. Und zwar in Form eines gleichnamigen Samplers. Nummer 13 ist gerade erschienen. Auch zwei Berliner Künstler sind darauf zu hören: Kabel und Peter Hollo. Der Kontakt nach Australien entstand vermutlich über den australischen Musikproducer Tom Philippson. Er ist nach Berlin übergesiedelt, pflegt aber noch enge Kontakte in die australische Musikszene und arbeitet auch mit Kabel und Peter Hollo zusammen. So rückt die Welt ganz im Sinne von Free The Beats zusammen.

Hinter Lorenzo’s Music aus Wisconsin stecken sechs Männer, von denen keiner Lorenzo heißt. Woher der Name der Band nun kommt, bleibt ein Geheimnis. Klar ist aber, dass die mysteriösen Lorenzos wunderbare Musik machen, die Altes und Neues, Digitales und Analoges vermischt. Drei Alben haben sie bereits aufgenommen, wahrscheinlich kommt bald ein viertes dazu. Denn eine neue Single gibt es schon: „I never wanted to say„.

Ketsa alias Dominic Giam gehört zu den älteren Hasen im Netzmusikgeschäft. „Mind Music Matter“ ist bereits das sechste Album des in London lebenden Producers. Gewohnt experimentell hantiert Ketsa hier mit Percussions, akustischen Instrumenten und atmosphärischen, elektronischen Klängen. „R2X2E“ ist der dreizehnte und letzte Track der aktuellen Platte, die man auf jeden Fall von Anfang bis Ende durchhören sollte.

Playlist:

Prefab Messiahs – Bobb’s Psychedelic Car (CC BY-NC-SA)

Able8 – Visitor (CC-BY-NC-ND)

The Bourgeois – Be Your Own Machine (CC-BY-ND)

Kabel feat. Peter Hollo – Cold Shouldered (CC-BY-NC-ND)

Lorenzo’s Music – I Never Wanted to say (CC-BY-SA)

Ketsa – R2X2E (CC-BY-ND)

Bild: Brain spiral von darkday auf Flickr, CC BY