• 20. Dezember 2014 10:12
  • Netzmusik, Sendung vom 20.12.2014

Da geht noch was!

DIE NETZMUSIK AM 20. DEZEMBER 2014


Die Netzmusik hat wippenden Fußes Christian Grasse ausgesucht. Er spannt den Bogen von Down-Under-Elektrobeats über Polp-Folktronika bis zu minimalistischem Weihnachts-Pop. Wir starten am anderen Ende der Welt: Was als Hobby eines australischen Studenten begann, ist mittlerweile das musikalische Sprachrohr einer ganzen Produzenten-Generation aus Down Under geworden.

Das von Künstlern kollektiv betriebene Indie-Label Feral Media stellt „interessante, neue Musik aus Australien“ vor. So lautet die schlichte Selbstbeschreibung. Interessant daran ist vor allem die Mischung aus experimentellen Elektrosounds, Kompositionen mit starken Beats und Remixen. Wir spielen drei Stücke von der aktuellen Label-Kompilation „Strain Of Origin IV“.

Schlichte Selbstbeschreibung scheinen derzeit im Trend zu liegen. Der US-amerikanische Musiker Luke Graham belässt es bei einer Begrüßung: „Hi, ich heiße Luke. Hier sind ein paar Sounds.“ Das sind die einzigen Worte, die er auf der Musikplattform Bandcamp hinterlassen hat. „Like Someone“ heißt seine neue EP, die er komplett im Alleingang eingespielt hat und die man in die eher selten benutzte Schublade Pop-Folktronika einsortieren könnte. Wir hören einen seiner melancholisch, atmosphärischen Songs: „Winds“.

Es folgt ein echter Geheimtipp. Postillion And Dream Horses heißt eine Band aus Milwaukee, der größten Stadt im US-amerikanischen Bundesstaat Wisconsin. Gerade mal 14 Facebook-Fans hat die Band. Wir sagen: Da geht noch was! Auch wenn es dem Musiker Dan Clark bei seinen Songs nicht um Aufmerksamkeit geht – er mache Musik, weil sie ihm hilft mit der Welt klar zu kommen – die vier düsteren Popsongs seiner EP „Pale Lunar Fictions Vol. 1“ verdienen ein größeres Publikum.

Und zum Schluss ein musikalischer Weihnachtstipp, der vom nervigen Weihnachtspop-Gedudel größtmöglichen Abstand nimmt. Die texanische Indie-Pop-Band Wild Child hat ein Weihnachtsmixtape aufgenommen, das nach echter Handarbeit klingt. Klassiker wie „Have Yourself a Merry Little Christmas“ wurden auf denkbar einfachste Weise aufgenommen. Im Wohnzimmer. Gitarre, Gesang, fertig. Minimalistisch, warm und authentisch klingt das. Da stört es auch nicht, dass hin und wieder der Nachbarhund bellt. Einfach toll!

Playlist:
Setec – Water or Concrete (Tim Fitz remix) (CC BY-ND)
Luke Graham – Winds (CC BY)
Postilion and Dream Horses – Sunstone (CC BY)
Tim Fitz – Gimme Some Love (Super Magic Hats remix) (CC BY-ND)
Naps – Green Growth (Lower Spectrum remix) (CC BY-ND)
Wild Child – Have Yourself a Merry Little Christmas

Bild: Party in the Air von Kim auf Flickr, CC BY-SA