• 26. Juli 2014 12:07
  • Netzmusik, Sendung vom 26.07.2014

Katholische Jugend, Bluegrass und Orchideen

Die Netzmusik am 26. Juli 2014


Die The Sandy Tar String Band aus Ohio spielt Bluegrass in klassischer Instrumentierung mit Banjo, Mandoline, Fidel. Folgerichtig haben sie ein Album mit traditionellen Stücken eingespielt, darunter „Liza Jane“, ein Stück amerikanischer Kulturgeschichte, von dem es zig Versionen gibt, in immer wieder abgewandelten Melodie- und Textvarianten.

Aus der Country-Hochburg Nashville kommt die fünfköpfige Band Orchid, die aber eingängigen Schrammelgitarren-Indiepop spielen. Von ihrer EP spielen wir das Stück „Find Me“  – was übrigens nicht so einfach war, denn zumindest im Netz sind kaum Spuren zur Band vorhanden.

In Kaiserslautern finden sich Jugendliche zusammen, um einen Gottesdienst musikalisch zu begleiten. Danach proben sie weiterhin und regelmäßig in den Räumlichkeiten ihrer Gemeinde St. Martin. Irgendwann brauchen sie einen Namen und wählen Red Circles – nach dem roten Punkt im Logo der Katholischen Junge Gemeinde, das im Probenraum an der Wand hängt. Es mag abgründigere Entstehungsgeschichten in der Geschichte der Rockmusik gegeben haben, macht aber nix, wenn die Musik stimmt, wie beim vorgestellten Stück „A Picture On The Wall“.

Rock’n Roll at its finest bieten dafür The Mighties aus dem italienischen Perugia. Bei Songs wie „Old Digger“ ist auch das Sounddesign so präpariert, als käme das Stück direkt aus den Neunzehnhundertsechzigern.

Sehr passend scheint uns der Name der Chicagoer Band She Speaks in Tongues, deren Frontfrau und Chefin Kate McCandless sowohl in Stimme als auch Arrangements alle möglichen unteschiedlichen Tonlagen und Referenzen anschlägt – mal mehr Cocteau Twins, dann wieder PJ Harvey – die sich noch im selben Song unmittelbar abwechseln können. Von ihrem Album – das gerade noch so vor Geburt des ersten Kindes der Sängerin fertiggestellt wurde – spielen wir das titelgebende Stück „Gloria, GUITAR“, ein einziger Rock’n Roll-Hexensabbat, feministisch geprägte Texte gibts dazu.

Hingegen ist bei Nick and the Lines der Name etwas irreführend: handelt es sich doch um das Ein-Mann-Projekt eines jungen Mannes aus Baltimore, der sich seine Band hinzudichtet wie andere vielleicht eine imaginäre Freundin. Aber – „Taylor, It’s All According To Plan“, behauptet er jedenfalls im Stück, das wir zum Abschluss spielen.

Playlist:

Auswahl: Ronsens

Foto: Leonardo Veras – Rainbow cc-by auf flickr