• 25. August 2017 14:08
  • Sendung vom 26.08.2017, Sendungsüberblick

Streit im Netz, Liebe zum Spiel

Die Themen der Sendung vom 26.08.2017


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Menschen fallen aus Frustration über politische Entscheidungen oder das dazugehörige System in Apathie? Diese Annahme darf wohl als widerlegt gelten: Es wird wieder über Politik gestritten, in Familien, unter Freunden und Kollegen – und nicht zuletzt in den sozialen Netzwerken und allerlei Kommentarspalten und Foren im Netz.

Taugt das Netz zum Streit?

In einer demokratischen Gesellschaft ist Streit unerlässlich. Während im analogen Leben auf der Straße zurzeit mehrere Projekte Diskussionsexperimente wagen, steht eine Frage im Raum: Tragen die sozialen Medien zu einer lebendigen und konstruktiven Streitkultur bei? Oder verhindern sie den Austausch von Meinungen, bei dem man sich gegenseitig respektiert und auch Minderheiten akzeptiert werden? Matthias Finger begibt sich für uns auf die Suche nach Antworten auf diese Fragen.

Der Psychiater und Autor Jan Kalbitzer forscht an der Charité Berlin zu den Zusammenhängen zwischen Internet und seelischer Gesundheit und beschäftigt sich u.a. in seinem Buch „Digitale Paranoia“ mit unserer Kommunikation im Netz. Er stellt fest:

Wir sprechen mit ihm über die Schwierigkeit, sich digital zu streiten und mögliche konstruktive Auswege.

[Zum Audio: Kann man im Netz gut streiten?, 14:34 min.]

Aktivistenkritik, Plattformverbot und Trump aus Twitter

Um Meinungsverschiedenheiten geht es auch bei den Meldungen der Woche von Tim Wiese: Er berichtet vom Aus der Plattform linksunten.indymedia.org. Innenminister de Maizière verbot diese Woche die Webseite, die als einflussreichstes Medium der linksextremen Szene in Deutschland gilt. Markus Reuter von Netzpolitik.org kritisierte diesen Schritt gestern im Deutschlandfunk Kultur.

Kritik gibt es auch an den Aktivisten von Digitalcourage, denen vorgeworfen wird, rund um die neu eingeführte Gesichtserkennung am Berliner Bahnhof Südkreuz Falschinformationen gestreut zu haben.

Und einmal mehr um den Präsidenten der Vereinigten Staaten geht es in der letzten Meldung: Eine ehemalige CIA-Agentin will Twitter kaufen und somit Trump aus dem Netzwerk werfen.

[Zum Audio: Medien und Meinungen, 05:13 min.]

GamesCom 2017: verflochtene Realitäten & der ganze Rest

Die zweite Hälfte der Sendung kommt ohne Ärger aus, dafür mit viel Liebe zum Spiel: Marcus Richter war diese Woche für uns auf der GamesCom in Köln und traf dort den Digital- und Spieleberater Christoph Deeg. Seine Gaming-Projekte führen ihn zum Beispiel in die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba oder ganz simpel in deutsche Bibliotheken. Über die Verflechtung von physikalischer und virtueller Realität dabei erzählt er im Gespräch.

Und natürlich werfen wir zum Abschluss der Sendung auch einen Blick auf die gesamte GamesCom: Warum zeigt sich die Bundespolitik plötzlich so begeistert vom Spielen? Und was wurde eigentlich aus all den Virtual Reality-Träumen?

[Zum Audio: Rückblick auf die GamesCom, 16:13 min.]

Team der Woche

Moderation: Vera Linß und Marcus Richter
Redaktion: Vera Linß und Jana Wuttke
Netzmusik und Web: Miriam Sandabad

Foto: „Arguing Earthworms @ Detroit“ von soupstance, CC BY 2.0

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