• 12. Mai 2017 13:05
  • Sendung vom 13.05.2017, Sendungsüberblick

Die Lösung aller Probleme – vielleicht.

Die re:publica 2017 in der Rückschau


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Diese Woche öffnete die Konferenz re:publica bereits zum elften Mal ihre (digitalen) Pforten und lud ein zu Diskussionen, Workshops, Vorträgen und Ausprobieren von netz- und technikrelevanten Fragen, Visionen und Gadgets. Und wie in jedem Jahr ging es auch dieses Mal darum, die Gesellschaft zu verändern – zum Guten und meist mit technischen Hilfsmitteln.

Wieviel Lösungsaktivismus steckt in der re:publica?

Ein Stichwort dazu ist „Solutionismus“. Diesen Begriff hatte Evgeni Morozov 2013 in seiner Internetkritik geprägt. Er meint damit, dass ausgehend und inspiriert vom Silicon Valley, permanent nach technisch möglichen, digitalen Lösungen gesucht wird – für Probleme aller Art. Die Utopie, die dahinter steckt: Technik kann Probleme lösen. Morozovs Kritik lautet aber, dass genau diese Lösungen meistens haarscharf an den Problemen vorbeigehen. Praktisch bedeutet dies, dass statt gemeinschaftlich ausgehandelter Werte Technik und Algorithmen vorgeben, wie wir unsere Gesellschaft gestalten. Das bringt uns zur Frage: Was ist geblieben vom Solutionismus, gerade auf so einer großen Konferenz wie der re:publica? Julia Eikmann hat für uns die Stimmung nach der Technologie-Euphorie eingefangen. Und wir haben die Konferenz genutzt, um mit vier Menschen zu sprechen, die sich mit dem Einfluss von Technik auf unsere Gesellschaft auseinandersetzen:

Garri Kasparow

In seiner Diskussion „Hacking Democracy: Power and Propaganda in the Digital Age“ sprach der ehemalige Schachweltmeister und Autor Garri Kasparow über politische Manipulation im Netz. Wir reden mit ihm über das deutsch-russische Spannungsverhältnis und sein neues Buch „Deep Thinking“, das sich mit maschineller Intelligenz beschäftigt. (Audio)

Steven Hill

Der Politikwissenschaftler und Journalist Steven Hill stellte in seinem Vortrag die Frage zur Zukunft der Arbeit. Sein neues Buch heißt „Die Startup-Illusion. Wie die Internetökonomie unseren Sozialstaat ruiniert“ – darüber und über seinen Eindruck der deutschen Digitallandschaft sprechen wir mit ihm im Interview. (Audio)

Nelly Ben Hayoun

„Designing the Impossible“ lautete der Vortrag der Designerin Nelly Ben Hayoun. Ein Gespräch über die Aufgabe von Design, seiner Bedeutung für die Gesellschaft und die potentielle Lösung bei menschgemachten Problemen. (Audio)

Friedemann Karig

Die diesjährige re:publica stand unter dem Motto „Love Out Loud“ – über die Liebe und „sexuelle Revolution 2.0“ sprach auch der Journalist und Autor Friedemann Karig. Wir fragen in ihm Interview nach den Vor- und Nachteilen der technischen Einmischung in unsere Gefühlswelt. (Audio)

3 Thesen, 3 Tipps

Jeder zweite Besucher der re:publica ist Blogger oder Journalist. Und der eigentliche Sinn der Veranstaltung bleibt das Herumstehen im Hof. Unser Reporter Moritz Metz geht diesen zwei Thesen nach – und sammelt „Die drei allerbesten Nachguck-Empfehlungen der Welt“ (These 3) von Kollegen aus der Journaille: (Audio)

Chris Köver / WIRED empfiehlt Trevor Paglen (Video).

Markus Frania / Dlf Nova empfiehlt Kübra Gümüşay (Video).

Thomas Mehringer / BR Zündfunk empfiehlt Miriam Meckel (Video).

Moderation: Katja Bigalke und Martin Böttcher
Redaktion: Vera Linß und Jana Wuttke
Netzmusik: Roland Graffé
Web: Miriam Sandabad

Fotos: Miriam Sandabad (Titel) und Simon Detel/Deutschlandradio (Kasparow)